Erste Eindrücke

Die ersten Tage in Santiago gingen schnell vorbei. Nach dem Einleben auf dem neuen Kontinent bei schönstem Wetter ging es am Sonntagabend zur Gastfamilie der Sprachschule. Mit noch sehr holprigem Spanisch war die Unterhaltung ein Abenteuer, was sich im Laufe der folgenden zwei Wochen etwas besserte. Die intensive Auseinandersetzung mit der Sprache in Schule und Freizeit trug Früchte. So ging es nach dem ersten Unterrichtsmontag mit Einstufungstest und der Einteilung in die Klassen am Nachmittag direkt in die „Clinic Alemania“ von Santiago, um die dritte notwendige Tollwutimpfung zu erhalten. Dass in einer „Clinic Alemania“ viele Angestellte deutsch sprechen, stellte sich recht schnell als Irrtum heraus und angesichts des noch sehr eingeschränkten Vokabelwissens und der speziellen Art des chilenischen Spanischs brauchte es fünf Stationen innerhalb des Krankhauses, um in die Impfabteilung zu gelangen und mich für die Tollwutimpfung einzuschreiben. Eine halbe Stunde später war alles erledigt. Chilenisches Spanisch gehört beim Erlernen der Weltsprache nicht zur leichtesten Variante. Erstens ist die Geschwindigkeit extrem hoch und Silben werden gerne verschluckt. Zweitens ist die Aussprache im Gegensatz zu anderen Spanischdialekten sehr weich. So wird aus „Buenos Dias“ ein „Buenoh Diah“ mit geradeso angehauchtem „s“. Gesprächspartner, die etwas langsamer und klar intoniert sprechen, kann ich ausreichend verstehen. Bei allen anderen hört es sich an wie eine Art Geheimsprache ;-). So fällt es mir gerade bei wichtigen Details immer wieder schwer, diese richtig aufzunehmen. Das führt bei Preisen und Terminvereinbarungen immer wieder zu häufigen Nachfragen. Die Unverständlichkeit des Spanischs tut der Freundlichkeit der Chilenen keinen Abbruch. Seit gut zwei Wochen bin ich jetzt in Chile und fühle mich hier sehr wohl. Die Menschen auf der Straße sind beispielsweise auskunftsfreudig. Heute bin ich am Strand von Laguna Verde spazieren gegangen, plötzlich kommt ein kleiner Junge einer Familie auf mich zu gerannt und sprach etwas von „Foto“ und wollte meinen Fotoapparat nehmen. Schlussendlich hat er sich dann gefreut, einfach nur fotografiert zu werden und selbst seine Familie mit der Kamera aufzunehmen. Das deutsche Nummernschild ist ebenfalls ein Eisbrecher. Neben einem fahrende Motorrollerfahrer fragen nach der Herkunft und an der Tankstelle wird einem der Verkauf des Motorrads angeboten :-). Die Internetverbindung läuft über das Mobiltelefon, kein WLAN. Bilder gibt es in den folgenden Tagen, wenn ich wieder öffentliches WLAN habe.