Der Weg durch die vorwinterlichen Anden

In den letzten fünf Tagen bin ich knapp 2000 Kilometer gefahren und habe damit wieder wärmere Gebiete erreicht. Ein Großteil dieser Abschnitte war auf asphaltierten Straßen. Heute stand dann mal wieder ein längeres Stück „ripio“ – Schotterpiste – an. Auch das haben BMW und ich gut überstanden. Damit bin ich endlich aus Patagonien raus und damit dem Wind, Schnee und kalten Wetter entkommen.

Auf argentinischer Seite bin ich diese Straße auf der Ruta 40 gefahren, die sich vom Süden bis in den Norden des Landes zieht und mal mehr, mal weniger touristisch ist. Sie führt durch die Anden und durchquert viele verschiedene Landschaften. Es gab viele lange gerade und auch kurvenreiche Strecken.

Die Abschnitte um Esquel, Bariloche und San Martin de los Andes waren nochmal interessanter, denn sie führten durch die vorwinterlichen Anden mit Schnee und Frost an den Straßenrändern. Dort ereignete sich dann nochmals eine Schrecksekunde kurz nach einer Polizeikontrolle.

Beim Anfahren ging auf einmal der Motor aus und ich musste neu Starten. Anschließend setzte beim Beschleunigen eine kurze Zeit die Zündung aus. Hui, nach den Erlebnisses davor ging das durch Mark und Bein. Die davor wieder ausgiebig genutzte Griffheizung wurde gleich wieder abgestellt, ebenso das Licht auf Standlicht gestellt, um den Stromverbrauch zu minimieren. Seitdem allerdings gab es keine weiteren Vorfälle. Wahrscheinlich waren es die tiefen Temperaturen in den Anden oder der Motor war einfach abgesoffen.

Das von vielen gelobte Bariloche war eine Enttäuschung. Der Weg der Ruta 40 in die Stadt führt durch die Barackengebiete, in die man sich nachts wohl nicht verirren sollte. Die Innenstadt war sehr touristisch herausgeputzt, allerdings nicht wirklich ansprechend. Ganz anders dagegen ist San Martin de los Andes, eine viel ruhigere Stadt mit schöner Lage am See.

Kurz darauf auf der Ruta der sieben Seen begegnete mir auch wieder die Vulkanasche, die in großen Streifen auf der Straße wieder zu finden war.

Nach El Bolson ging es morgens in der Kälte über einige höher gelegene Pässe in den Wolken. Dort vereiste mir regelmäßig mein Visier, das ich dann immer wieder mit dem Handschuh freiwischen musste. Nichtsdestotrotz war die Landschaft dort wunderschön.