BMW R 1150 GS vorbereiten

Und hier ein kurzer Beitrag für alle diejenigen, die mit ihrer BMW R 1150 GS in Südamerika reisen möchte, stichpunktartig zusammengestellt.
Wie bereite ich meine BMW vor und worauf muss ich mich gefasst machen?

  • Montage eines Sturzbügels, denn Stürze werden unvermeidbar sein
  • Handprotektoren gegen Regen und Stürze
  • Ordentliche Koffer; sie erfüllen zwei Aufgaben: Materialtransport und Sturzprotektoren. Mit der Montage von Sturzbügel und Koffern wird das Motorrad bei einem Umfaller auf diesen beiden Elementen gleiten und liegen und somit sind alle anderen Teile (Lenker, Zylinder, Beine) geschützt. Ich habe die Koffer, auch wenn unbeladen, nicht abgenommen, um den Schutzfaktor zu haben.
  • 95-Oktan-Stecker (habe ich in Chile und Argentinien nicht benötigt)
  • Flicksets für die Reifen (habe ich allerdings glücklicherweise nicht benötigt)
  • Starterkabel; es war für mich äußerst überraschend festzustellen, dass bei meiner Panne in der Pampa von Argentinien keines der angehaltenen Autos ein Startkabel dabei hat.
  • Voltmeter mit Nachkommastellen
  • Werkzeug: Kneifzange, Spitzzange, Inbusschlüsselsatz (einschl. 7mm), Kabelbinder (!!!), Klebeband, Schraubenzieher mit Bitsatz, Draht, Ersatzschrauben verschiedener Größen
  • Navi: Mein TomTom blieb zu Hause und falls notwendig wurde mit Handy navigiert – die Entscheidung habe ich nicht bereut. So ist wieder ein wertvolles Teil weniger im Gepäck.

Ein paar Worte zum Thema BMW R 1150 GS und Dealernetwork. Worauf muss man gefasst sein?

  • Es gibt sehr wenige offizielle BMW-Motorradwerkstätten.
  • In Chile und Argentinien verhält es sich so, dass, wenn eine GS gefahren wird, es die 1200er ist. Dies hat zur Folge, dass der Fokus der Ersatzteile auf diesem Modell und nicht der 1150er liegt.
  • Auf der Suche nach Werkstätten? Einschlägige Foren befragen, MotoAventura in Osorno und Santiago, BMW anfragen.
  • Bei längeren Reisen ggf. Ersatzteile für die kritischen Stellen der BMW R1150Gs mitnehmen: Lager und Dichtung des Rückrades, Simmeringe
  • Ein Mechaniker des Vertrauens im Heimatland, der telefonisch oder per Email mal schnell eine Einschätzung eines Problems geben kann, ist gold wert.
  • Und ich selbst würde vor der nächsten Reise dieser Art folgendes machen: Das Hinterrad im Leerlauf schnell (!) mit der Hand drehen und mit dem Mechaniker so lange alle Teile des Kardans tauschen, bis keinerlei Geräusche mehr zu hören sind. Während meiner Wartezeit bei MotoAventura in Osorno habe ich aus Neugier mal am Hinterrad einer 1200er GS im Ausstellungsraum gedreht. Ich glaube, diese Geräuschlosigkeit des Antriebs hat meine BMW die letzten 50.000 km nie mehr erreicht.

Und sonst noch?

  • Bei längeren, langsamen Fahrten in feucht-kaltem Klima: Vorsichtshalber Batterie schonen: Griffheizung ausschalten und Licht auf Standlicht schalten.

Wenn mir Weiteres einfällt, ergänze ich es hier.